Abenteuer Neubeginn: Mutige Entscheidungen

Abenteuer Neubeginn: Mutige Entscheidungen

Egal, wie alt oder jung man ist, man kann immer etwas Neues beginnen.

Auf meinem Business-Blog gab es lange keine neuen Beiträge, denn die letzten zwei Jahre waren voller Veränderungen. Über mein Leben als digitale Nomadin berichte ich auf meiner Webseite time2change-life.

Vor kurzem war ich mit einem jungen Paar, beide 30 Jahre alt, zwei Wochen auf Korsika unterwegs. Diese Reise markierte das Ende ihrer zehnmonatigen Erkundungstour. Sie bereisten Italien, Sizilien, Spanien, Marokko, Portugal, Frankreich und Korsika und steuern nun die Schweiz an. Das Paar hat entschieden, Deutschland zu verlassen und in der Schweiz zu arbeiten. Beide stammen aus kleinen Dörfern in Baden-Württemberg und waren fest entschlossen, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Schon während der letzten Wochen ihrer Reise sichteten sie Stellenanzeigen in ihrer Wunschregion, und die Aussichten waren vielversprechend. Mit ihren Berufen – sie ist Tierarzthelferin und er Monteur – sind sie überall gefragt. Prompt erhielt sie nach einem Probetag in einer Tierarztklinik einen Vertrag, und auch er hat ein Jobangebot, wenn auch etwas weiter entfernt. Jetzt steht die Wohnungssuche an, und die Tatsache, dass es so schnell geklappt hat, überraschte beide. Eine gute Organisation ist nun das A und O, damit der Umzug in wenigen Monaten reibungslos verläuft.

Eine andere Geschichte ist die einer Anwältin, die auszog, um sich selbst zu entdecken und aus der Mühle des Getriebenseins herauszukommen. Ihr Weg führte über Marokko nach Gran Canaria. Ich hoffe dass ich sie demnächst für meinen Blog „HeckenGespräche“ dazu interviewen kann.

Warum ich diese Geschichten teile? Auf meinen Reisen durch Europa treffe ich immer mehr Menschen, die Deutschland den Rücken kehren. Egal welchen Alters, sie finden Deutschland nicht mehr attraktiv. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zwei Kolleginnen sind nach Spanien ausgewandert, ein anderes Paar nach Österreich. Qualifizierte Menschen, die auch in Deutschland gebraucht würden, aber das ist ein anderes Thema.

Wichtig ist der Mut zur Veränderung. Ein Aufbruch aus der gewohnten Umgebung bedeutet zwar Abschied von Familie und Freunden, eröffnet aber auch neue Perspektiven. Man trifft andere Menschen, lernt verschiedene Kulturen kennen und kann ein neues Lebensgefühl entwickeln. Natürlich muss man sich in der neuen Umgebung erst einmal etablieren, aber oft gibt es schon erste Kontakte, die den Start erleichtern.

Auch ich habe in jungen Jahren meine Weichen gestellt, als mir angeboten wurde, für ein paar Jahre nach Brasilien zu gehen. Nach langem Überlegen entschied ich mich dagegen, hauptsächlich wegen meiner damaligen Beziehung. Diese zerbrach später, und ich habe oft gehadert, die Chance nicht ergriffen zu haben. Dennoch habe ich meinen Weg gefunden. Vor drei Jahren, am Strand von Valencia in Spanien, entschied ich, als digitale Nomadin zu leben. Ich kündigte meine Wohnung und organisierte alles Nötige. Bis heute habe ich diesen Schritt keine Sekunde bereut. Mein Kleinpudel Yoshi begleitet mich seit letztem Jahr im Van. Wie lange ich das machen werde? Keine Ahnung. Wenn es nicht mehr geht, gibt es neue Entscheidungen.

Das Leben als digitale Nomadin erfordert viel Organisation, doch die Freiheit, die es bietet, ist unbeschreiblich. Ich halte jetzt nur noch ausgewählte Präsenzseminare, das Coaching ging auch vorher schon online. Viele haben dies bedauert, so dass ich mich entschieden habe, eine Onlineakademie zu gründen, um die Inhalte meiner Seminare weiterzugeben, aber auch, um dort Communities zu gründen, wo sich kompetente und interessierte Menschen auf einer geschlossenen Plattform austauschen können. Es wird dort einige Selbstlernkurse und viele Freebies geben. Und wer weiß, was sich auch daraus noch entwickeln wird. Zudem entdecke ich seit einiger Zeit, wie ätherische Öle meine Work-Life-Balance-Themen unterstützen können und nutze sie mittlerweile täglich. Als Migränegeplagte war überrascht von der Wirkung. Ich konnte praktisch auf meine Tabletten verzichten. Auch bei meinem Hund haben sie sich bewährt. Da er bei Fährfahrten immer etwas aufgeregt beim Ein- und Aussteigen ist, habe ich entsprechendes Öl angewandt, das ihn etwas beruhigt. Entschieden habe ich mich für Essential Oils von doTERRA, Hier bin ich nicht nur von der Qualität überzeugt, sondern auch vom Unternehmenskonzept. Ätherische Öle sind aber nichts fremdes für mich. Schon früher habe ich sie bei meinen Resilienztrainings eingesetzt, was sehr gut ankam.

So, das war es für heute. Jetzt heißt es wieder arbeiten, damit alles pünktlich fertig wird. Du kannst dich jetzt schon über meine Webseite https://fritzcoaching.de/akademie auf meiner Onlineakademie einschreiben und dir die Gratisprodukte anschauen bzw. runterladen.

Meine 2jährige Reise ins Vanlife findest du auf meinem Blog https://time2change-life.de

Bis zum nächsten Mal, bleibt gesund und heiter.

 

Der Burnout-Kompass

Der Burnout-Kompass

Diesen Artikel gibt es auch als Podcast auf meinem Kanal HeckenGespräche. Dort sind die einzelnen Stufen noch mit Beispielen bestückt.

Der Burnout-Kompass

Im Podcast „Der Burnout-Kompass: Verstehen, Erkennen und Hilfe finden“ widmen wir uns dem tiefgreifenden Thema des Burnouts. Unser Ziel ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu vermitteln, wie Burnout entsteht und verläuft, um frühzeitig zu erkennen, wo die Grenzen überschritten werden und wann es Zeit ist, Stopp zu sagen oder Unterstützung zu suchen. Wir beleuchten die verschiedenen Stufen des Burnout-Prozesses, Warnsignale und Symptome, die auf ein drohendes Burnout hinweisen. Dabei erfährst du auch, welche Faktoren und Herausforderungen in unserem modernen Lebensstil zu Burnout führen können. Darüber hinaus gibt es am Schluss praktische Tipps, wie du einen Burnout vermeiden kannst.

Heute berichte ich von meinen Erfahrungen aus vielen Seminaren und Coachings. Ich möchte damit erreichen, dass du dich selbst reflektierst und schaust, dass du einen Burnout vermeidest.

Was ist Burnout überhaupt?

Erstmalig wurde 2022 in der ICD-11 nun auch der Begriff Burnout definiert. Als Kriterien werden Energielosigkeit und Erschöpfung, eine zunehmende geistige Distanz, negative Haltung oder Zynismus zum eigenen Job sowie ein verringertes berufliches Leistungsvermögen angeführt.

Ich würde das nicht so stehen lassen. Denn mein Erleben ist, dass Burnout multifaktiorell., also von vielen Faktoren beeinflusst wird. Nicht wenige haben neben beruflichem auch privaten Stress. Beispielsweise durch die Pflege eines Familienangehörigen, oder Job und Kinder unter einen Hut zu bekommen.

Dazu vorab eine Geschichte aus meiner Praxis. Ich hatte ein Burnoutpräventionsseminar bei einem Weiterbildungsanbieter. Dort erzählte dann eine Dame in der Vorstellungsrunde ganz vergnügt, dass sie bereits drei Burnouts hatte. Ups, dachte ich, gibt es jetzt hier einen Wettbewerb?

Ohne dieser Person zu nahe treten zu wollen, aber ich frage mich, ob dies wirklich jeweils ein Burnout war, oder einfach nur eine Überforderung. Denn selbst Ärzte nutzen sehr schnell den Begriff Burnout, obwohl es noch gar keiner ist. Diejenigen, die einen Burnout durchlaufen haben, sprechen normalerweise nicht in dieser Weise davon. Sie sind selbst im Nachhinein noch betroffen und wünschen es keinem andern.

Dauerhafter, langanhaltender Stress

Burnout kann durch dauerhaften, langanhaltenden Stress verursacht werden. Wenn eine Person es nicht mehr schafft, sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Pausen zu machen, mit ihren Freizeitaktivitäten aufhört, keine Zeit mehr für Familie und Freunde oder Hobbies zu haben, dann ist die Gefahr eines Burnouts groß.

Tritt dann ein Burnout ein, zeigt sich dies im Zustand körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung. Es kann hier bis zum kompletten Zusammenbruch kommen.

Ein Beispiel aus meiner Praxis: Ich nenne ihn mal Thomas. Thomas ist verheiratet, hat 3 Kinder und arbeitet als EDV-Manager in einem mittelständischen Unternehmen. Seine Frau ist ebenfalls berufstätig. In seiner freien Zeit kümmert er sich wie seine Frau um Haushalt und Kinder. Früher ist er Marathon gelaufen und hat sich noch öfters mit seinen Freunden alle 14 Tage zum Sport getroffen. Das geht seit über einem Jahr nicht mehr.

Wie hat sich sein Burnout bemerkbar gemacht. Nun. Er ist morgens um halb sieben zur Arbeit gefahren und um elf Uhr im Krankenhaus aufgewacht. Seine Mitarbeiter fanden ihn zusammengebrochen im Büro. Er konnte sich an nichts mehr erinnern.

Ein anderer Fall. Ich nenne ihn Peter. Peter hatte einen spannenden und tollen Job im Motorsport. Da gab es keinen 8 Stundentag. Bei Rennen musste er auch am Wochenende dabei sein. Sein Burnout zeigte sich in Form einer Katatonie. Das heißt, er konnte sich nicht mehr bewegen. Lag wie gelähmt im Hotelbett und war nur noch in der Lage, sein Handy, dass er neben sich im Bett liegen hatte, für einen Anruf zur Kollegin zu benutzen. Auch er wurde ins Krankenhaus eingewiesen.

So weit sollte man es allerdings nicht kommen lassen. Deshalb möchte ich dir hier einen kurzen Überblick geben, woran du vielleicht erkennen kannst, dass du handeln solltest.

Faktoren, die zum Burnout führen können

Schauen wir uns einmal näher an, welche Faktoren zu einem Burnout führen können. Zu den häufigsten Ursachen gehören übermäßiger Arbeitsdruck, hohe Erwartungen an uns selbst, das Fehlen von Work-Life-Balance, chronischer Stress und ein Mangel an sozialer Unterstützung. Auch persönliche Eigenschaften wie Perfektionismus und ein ständiges Bedürfnis nach Anerkennung, Stärke zu zeigen oder es allen andern recht zu machen, können das Risiko für Burnout erhöhen.

Wie kannst du nun erkennen, ob du oder andere eventuell in Richtung Burnout unterwegs sind? Dazu stelle ich dir das Modell von Freudenberger vor.  Freudenberger war ein deutsch-amerikanischer klinischer Psychoanalytiker und Psychologe. Er publizierte 1974 erstmals wissenschaftliche Artikel zum Burnout-Syndrom. In meinen Coachings und Seminaren nutze ich sein Modell des Burnout-Verlaufs.

12 Stufen-Modell nach Freudenberger

Das nachfolgende 12 Stufenmodel kann, muss aber nicht immer so ablaufen. Das Modell ist insofern hilfreich, dass man ein besseres Verständnis für den Verlauf eines Burnouts erhält.

Stufe 1: Begeisterung und hohe Motivation

  • Überengagement in der Arbeit
  • Euphorie und Enthusiasmus
  • Hohe Arbeitsmoral

Stufe 2: Verstärkter Einsatz

  • Erhöhtes Arbeitspensum
  • Vernachlässigung von Freizeitaktivitäten
  • Erhöhter Perfektionismus

Stufe 3: Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse

  • Vernachlässigung der eigenen Gesundheit und des eigenen Wohlbefindens
  • Schlafmangel
  • Mangelnde Selbstpflege

Stufe 4: Leugnen von Problemen

  • Vermeidung von Konfrontationen
  • Unterdrückung von negativen Emotionen
  • Zunehmende Reizbarkeit

Stufe 5: Desorientierung, Werteänderung

  • Orientierungslosigkeit
  • Entfremdung von eigenen Werten und Zielen
  • Kontakte werden vermieden

Stufe 6: Verstärkte Verleugnung von Problemen

  • Desillusioniert
  • Pessimistische Denkweise
  • Negative Einstellung zur Arbeit und zum Leben

Stufe 7: Rückzug

  • Orientierungs- und Hoffnungslosigkeit
  • Abbau kognitiver Leistungsfähigkeit
  • Rückzug privat und auf beruflicher Ebene

 

Stufe 8: Beobachtbare Verhaltensänderungen

  • Distanziert sich vermehrt
  • kann keine klaren Urteile fällen
  • Emotionale Reaktionen

Stufe 9: Depersonalisation, Zynismus

  • Entfremdung und Gefühl des Abgestorbenseins
  • Innere Leere
  • automatisches Funktionieren
  • psychosomatische Reaktionen

Stufe 10: Innere Leere

  • Angst, Panikattacken
  • Einsamkeit
  • Kaufrausch, Fressattacken …

Stufe 11: Depression

  • Anhaltende Niedergeschlagenheit
  • Gefühle von Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit
  • Vermindertes Selbstwertgefühl

Stufe 12: Burnout-Syndrom

  • Vollständige Erschöpfung
  • Physische und emotionale Erschöpfung
  • Arbeitsunfähigkeit

Das waren die 12 Stufen des Burnout-Modells von Herbert Freudenberger. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jeder Betroffene alle Stufen durchläuft und dass der Verlauf individuell ist. Wenn du dich in einigen dieser Symptome wiedererkennst, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und Strategien zur Bewältigung des Burnouts zu entwickeln.

Was kannst du tun?

Suche dir professionelle Unterstützung. Ein Gespräch mit einem Therapeuten oder Coach kann dir dabei helfen, deine Gedanken und Gefühle zu sortieren und Strategien zur Bewältigung von Burnout zu entwickeln. Zögere nicht, dir Hilfe zu suchen, denn du musst nicht alleine mit Burnout umgehen.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Selbstfürsorge. Nimm dir regelmäßig Zeit für dich selbst, um aufzutanken und dich zu entspannen. Das kann bedeuten, deinen Hobbys nachzugehen, Sport zu treiben oder einfach nur Zeit mit deinen Liebsten zu verbringen. Es ist auch wichtig, gesunde Gewohnheiten wie ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung in deinen Alltag zu integrieren.

Abschließend möchte ich dich ermutigen, auf dich selbst zu achten und deine Bedürfnisse ernst zu nehmen. Burnout ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Hinweis darauf, dass du über deine Grenzen gegangen bist. Gib dir die Erlaubnis, Pausen einzulegen, dich zu regenerieren und auf dein Wohlbefinden zu achten. Du verdienst es, gesund und glücklich zu sein.

Das war es für heute! Ich hoffe, diese Informationen und Tipps haben dir geholfen, das Thema Burnout besser zu verstehen und Wege zur Prävention und Bewältigung zu finden. Vielen Dank fürs Lesen.

 

 

 

 

Gesundheit und Achtsamkeit im Fokus der Führungskraft

Gesundheit und Achtsamkeit im Fokus der Führungskraft

Der ständige Wandel

Zurzeit verändert sich sehr viel. Darüber gibt es keine Diskussion. Was ebenso offensichtlich ist, ist das Klagen über den Fachkräftemangel. Was zudem auffällt, dass wir uns nur schwer von alten Strukturen und Normen trennen können. Ein Mosaikstein zur Führung ist daher die Qualität von Führung. Denn Führungskräfte haben bei Veränderungen eine wichtige Schlüsselfunktion.

Warum Haltung, Gesundheit und Achtsamkeit im Fokus der Führung stehen sollten!

Besonders die soziale Kompetenz einer Führungskraft wirkt sich auf die Motivation der Mitarbeiter und den Erfolg des Unternehmens aus. Doch wie können Führungskräfte sicherstellen, dass durch ihre Haltung und ihr Verhalten die Mitarbeiter langfristig motiviert und gleichzeitig leistungsfähig bleiben? Dabei ist der Fokus auf die Gesundheit eine besonders wichtige Aufgabe. Hier müssen sich Führungskräfte sensibilisieren und neben einer achtsamen Haltung und einer emphatischen Gesprächsführung auch Rahmenbedingungen schaffen, damit diese ihre Fähigkeiten, Kompetenzen, Werte und Ziele einbringen können und gesund bleiben.

Was braucht eine Führungskraft?

Ich glaube, wir sind uns einig, dass gute Führungskraft in der Lage sein sollte, ihre Mitarbeiter so zu führen, dass diese gerne und mit Freude zur Arbeit gehen und dort ihre Fertigkeiten einbringen können. Beispielsweise können Ziele gemeinsam definiert und auf die Bedürfnisse des Unternehmens und des Mitarbeiters abgestimmt werden. Mitarbeiter können ihre Zeiten selbstbestimmt einrichten. Entscheidend ist doch, dass Ziele erreicht wird. Dann ist es unwichtig, von wo aus gearbeitet wird. Ob vom Büro, Homeoffice oder von unterwegs. Vorausgesetzt natürlich, dass die Arbeit dies erlaubt. Weg von der Präsenz, hin zum selbständigen Denken und Handeln.

Damit Zufriedenheit entsteht, sollten Führungskräfte immer ein offenes Ohr für ihre Mitarbeiter haben und kontinuierlich daran arbeiten, eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen. Gleichzeitig sollte ihr bewusst sein, dass Mitarbeiter Bedürfnisse, Ängste und Fähigkeiten haben, die in einer guten Beziehung geklärt werden können. Eine Beziehungsgestaltung, die den Menschen mit seinen Gefühlen in den Vordergrund rückt.

Die eigene Haltung

Wir sprechen immer darüber, dass eine Führungskraft Vorbild sein soll. Mittlerweile ist es allerdings so, dass man sich als Führungskraft die „Vorbildfunktion“ bzw. den Respekt erwerben muss. Hat die Führungskraft keine wertschätzende Haltung, kann kein konstruktives Feedback geben und auch keines annehmen, wird sie nicht als Vorbild gesehen. Durch eine offene und ehrliche, aber auch wertschätzende Kommunikation und Transparenz kann sie Vertrauen schaffen.

Achtsamkeit und Empathie sind ebenso wichtige Eigenschaften. Eine achtsame Führungskraft hört auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter, achtet auf deren Signale und erkennt rechtzeitig Warnzeichen für Burnout, Überforderung oder anderen Problemen. Empathie ermöglicht es ihr, sich in die Situation ihrer Mitarbeiter hineinzuversetzen und sie besser zu verstehen.

Ein weiterer Punkt ist der konstruktive Umgang mit Konflikten. Zwischen Menschen entstehen immer wieder Konflikte, die nicht selten durch unterschiedliche Sichtweisen und Wahrnehmung einer Situation beeinflusst werden. Spricht man darüber, stellt man häufig fest, dass es einfach nur ein Missverständnis war. Eine Führungskraft kann hierbei Coach sein, um Klarheit in der Situation zu schaffen.

Burnout vermeiden durch Achtsamkeit

Gesunde Führung und Burnout-Prävention sind zentrale Themen neben der strategischen Planung und Organisation. Auf den Einzelnen kommen immer höhere Anforderungen zu. Oft erkennen Mitarbeiter im Eifer des Gefechtes nicht, dass sie überfordert sind. Daher ist es Aufgabe der Führungskraft, darauf zu achten, dass ihre Mitarbeiter dies selbst rechtzeitig erkennen. Was nicht immer einfach ist. Insbesondere, wenn die Person im Homeoffice arbeitet und man sie nur selten sieht. Gerade deshalb ist es für eine Führungskraft wichtig, dass sie die Anzeichen einer Überforderung oder eines drohenden Burnouts rechtzeitig erkennt? Dazu kann sie sich beispielsweise Grundlagen über die Psyche aneignen. Dann ist man eher in der Lage, Überforderung rechtzeitig zu erkennen, entsprechend sensible Gespräche zu führen und Maßnahmen einzuleiten, die den Menschen auffangen bzw. solche Situationen vermeiden.

Vertrauen und Wertschätzung

Vertrauensarbeit ist die Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Ich glaube, da stimmt mir jeder zu. Dass Wertschätzung und Vertrauen zur Selbstverständlichkeit werden, wird jedoch noch eine Weile dauern. Gerade wenn im Homeoffice gearbeitet wird, bedeutet dies für die Führungskraft, dass sie die Kontrolle über den Mitarbeiter verliert. Hier zeigt sich dann, ob von Vertrauen nur gesprochen oder es auch tatsächlich gelebt wird.

Wenn eine Führungskraft ihre Mitarbeiter unterstützt und ihnen vertraut, werden diese sich mehr engagieren und zufriedener sein. Das bedeutet gleichzeitig, dass man als Führungskraft Verantwortung abgeben muss und den Mitarbeitern Freiraum gibt, ihre Aufgaben selbstständig und eigenverantwortlich zu erledigen. Und wenn dann mal ein Fehler gemacht wird? So what! Das ist doch eine gute Chance, etwas zu lernen!

Zum Thema Wertschätzung. Wie oft nehme höre ich, dass für die geleistete Arbeit keine Wertschätzung erfolgt. Ein kleines Dankeschön, ein anerkennendes Lob an der richtigen Stelle. Wer das als Führungskraft nicht fertig bringt, sollte sich überlegen, ob diese Position die Richtige ist. Denn Wertschätzung und Anerkennung bedarf jeder als Feedback, um sich zu vergewissern, dass man auf dem richtigen Weg ist und es wirklich sinnvoll war, seine Fähigkeiten, Zeit und Energie für ein Ziel einzusetzen. Bleibt die Anerkennung aus, sinkt auch die Motivation. Ist doch verständlich, oder? Aber nicht einfach nur Loben, des Lobens willen. Ein Seminarteilnehmer erzählte mir mal die Story seiner Führungskraft. Sie war auf einem Lob-Seminar. Kam dann zurück und übergoss die Mitarbeiter täglich mit Lob. Das wirkte auf alle ziemlich unglaubwürdig. Ein Lob muss mit einer gut gelaufenen Aktion verknüpft sein, sonst macht es keinen Sinn.

Werte – warum sie so wichtig sind!

Neben den Werten Vertrauen und Wertschätzung gibt es noch weitere Werte, nach denen sich Menschen heute einen Job aussuchen oder sich in einem Job wohlfühlen. Hast du dich schon einmal gefragt, ob die Werte deines Unternehmens mit deinen eigenen übereinstimmen? Ist dir überhaupt klar, welche Werte dein Unternehmen repräsentiert, und passt das mit den Werten deiner Mitarbeiter zusammen? Vorausgesetzt, du weißt, welche Werte deine Mitarbeiter haben, also was denen wichtig bei der Arbeit ist. Wenn du jemanden einstellen willst, empfehle ich dir, bereits im Vorstellungsgespräch die Werte zu erfragen. So kannst du relativ schnell erkennen, ob dieser Mensch in dein Team und zur Aufgabe passt oder nicht. Sucht jemand einen Job, bei dem unabhängiges und kreatives Arbeiten möglich ist, dann sollten diese Werte auch zu der Stelle passen. Jemanden in der Buchhaltung einzustellen, dem Kreativität wichtig ist, macht vielleicht nicht so richtig Sinn. Frage: Welche Werte hast du, welche deine Mitarbeiter? Weißt du wirklich, was denen wichtig ist? Sprichst du mit deinen Mitarbeitern über Werte?

Bin ich ein noch attraktiver Arbeitgeber?

Ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, ist in Zeiten des Fachkräftemangels wichtiger denn je. Ein Unternehmen sollte deshalb offen zeigen, was es zu bieten hat und welche Perspektiven und Arbeitsbedingungen man potenziellen Interessenten ermöglichen kann. Weißt du ganz genau, was dein Unternehmen bietet? Trifft es den Zahn der Zeit oder wird immer noch in den Mustern der letzten zwanzig Jahre das Jobangebot dargestellt. Häufig wird die eierlegende Wollmlichsau gesucht. Berufserfahrung nach gerade abgeschlossenem Studium? Bewerber fragen heute nach flexiblen Arbeitszeiten und -orten. Muss man tatsächlich täglich im Büro erscheinen? Gibt es die Möglichkeit, vom Homeoffice aus zu arbeiten oder gar von irgendwo anders auf der Welt? Hat man genügend Ausgleich, um Berufs- und Privatleben unter einen Hut zu bekommen? Kinderbetreuung, Betreuung kranker Angehöriger? Wie groß ist der Entscheidungsrahmen? Kann man seine Arbeit selbständig erledigen oder wird einem vorgeschrieben, was wie zu tun ist? Das sind nur wenige Fragen, die Bewerbern und Mitarbeitern heute wichtig sind.

Es reichen also nicht nur ein gutes Betriebsklima und einer angenehme Arbeitsumgebung. Viele weitere Faktoren tragen dazu bei, dass sich Mitarbeiter langfristig an ein Unternehmen binden. Was konkret macht also dein Unternehmen attraktiv? Kannst du das formulieren oder fällt dir dazu gerade nicht wirklich etwas ein? Mach dich hier schlau.

Die Führungskraft als Coach

Eine Führungskraft sollte sich als Coach verstehen. Das bedeutet, die Mitarbeiter zu unterstützen und zu fördern, damit diese ihr volles Potential entfalten können. Was braucht der andere? Wo sind die besonderen Stärken? Wie können diese in den Job, das Unternehmen eingebracht werden?

Nun ist nicht jede Führungskraft als Coach ausgebildet worden. Das ist auch nicht notwendig. Durch Coaching an der eigenen Person kannst du jedoch deine Fähigkeiten und Kompetenzen im Umgang und der Führung von Mitarbeitern stärken. Persönliches Coaching kann dir helfen, deine Stärken und Schwächen in der Führung zu erkennen und gezielt daran zu arbeiten. Dies wirkt sich dann stark auf dein Führungsverhalten aus. Viele Situationen lassen sich besser verstehen und leichter klären.

Die Zukunft der Führung

Insgesamt geht es bei künftiger Führung darum, dass einer Führungskraft klar ist, was ihre Aufgaben sind. Dazu gehört, dass sie Rahmenbedingungen schafft, in der eine positive und konstruktive Arbeitskultur herrscht. Eine Kultur, in der sich Mitarbeiter wohlfühlen und gerne arbeiten. Wo die Führungskraft ein offenes Ohr für die Mitarbeiter hat und sie durch Coaching gezielt fördert. Eine Atmosphäre, die geprägt ist von Vertrauen, Wertschätzung und Respekt.

Ich bin davon überzeugt, dass jede Führungskraft erfolgreich sein kann, wenn sie die richtigen Werkzeuge und Strategien kennt und sich bewusst ist über ihre Haltung, Einstellungen und Werte. Daher möchte dich ermutigen, dich auf den Weg zu zukünftiger Führung zu machen und deine Mitarbeiter zu befähigen, zu fördern und zu begeistern. Ich hoffe, dass ich dich mit diesem Blogartikel inspirieren konnte, über deine Führungskompetenzen nachzudenken.

Peercoaching als Instrument zur Kompetenzentwicklung

Übrigens kann man durch ein Peercoaching von den Kompetenzen anderer Führungskräfte profitieren. In einer kleinen Gruppe von 3 – 5 Personen, die mit oder ohne Begleitung durch einen erfahrenen Coach in einem mehrwöchigen Programm an ihren eigenen Kompetenzen arbeiten. Peercoaching hat den Vorteil, dass man seine aktuellen, individuellen Themen mit einer kleinen Gruppe auf gleicher Ebene besprechen und Lösungen dazu finden kann. Wenn dich ein solches Programm interessiert, dann schau auf unserer Coachify.online Seite vorbei.

Hier findest du Themen zur Haltung, Achtsamkeit, Gesundem Führen u.a. Ziel des Peer-Coachings ist es, anhand eines hochwertigen Programmes in Form von Texten, Videos, Aufgaben etc. sein persönliches Thema zu bearbeiten. Dabei treffen sich die Führungspersönlichkeiten einmal pro Woche für eine oder anderthalb Stunden. Jeder arbeitet an seinem eigenen individuellen Ziel. Der Vorteil: Hier trifft sich geballte Kompetenz und tauscht sich aus. Oftmals stehen gerade Führungspersönlichkeiten alleine da, haben keinen Sparringspartner und tun sich schwer, mit manchen Situationen umzugehen. Im Peercoaching bietet sich die Möglichkeit zum offenen Austausch und gegenseitigem Lernen. Die Treffen können virtuell, aber auch persönlich im eigenen Unternehmen durchgeführt werden. Innerhalb von ca. 12 Wochen können so die eigenen Kompetenzen entwickelt und gestärkt werden. Ein Format, das Learning by Doing unterstützt.

Zusammenfassung:

1. Achte auf die Qualität deiner Führung, um die Motivation und den Erfolg deiner Mitarbeiter und deines Unternehmens zu fördern.
2. Führe deine Mitarbeiter so, dass sie gerne und mit Freude zur Arbeit gehen.
3. Definiere gemeinsam Ziele, die auf die Bedürfnisse des Unternehmens und der Mitarbeiter abgestimmt sind.
4. Baue eine gute Beziehung zu deinen Mitarbeitern auf, bei der der Mensch im Vordergrund steht.
5. Zeige eine wertschätzende Haltung und gib sowie nimm konstruktives Feedback an.
6. Sei achtsam und empathisch im Umgang mit deinen Mitarbeitern.
7. Lerne Konflikte zu lösen und achte auf Anzeichen von Burnout bei deinen Mitarbeitern.
8. Ermögliche deinen Mitarbeitern selbstbestimmtes Arbeiten und eigenständiges Denken und Handeln.
9. Qualifiziere auch du dich ständig weiter und entwickle deine Fähigkeiten.

Gut, wenn es dir und deinem Team gut geht!

Du bekommst keine goldenen Lettern auf deinem Grabstein …

Du bekommst keine goldenen Lettern auf deinem Grabstein …

Eins meiner Hauptthemen in meinen Seminaren, Workshops und Coachings ist die Stressprävention. Nun hatten wir ja zwei Jahre ziemlich mit Corona zu tun, wo viele im Homeoffice gearbeitet haben, ohne dass sich jemand Gedanken gemacht hat, für wen das gut ist und für wen nicht. Ist beispielsweise die gesamte Familie zuhause, gab es meist Probleme mit dem Internet und nicht jeder hat ein großes Haus oder Wohnung, wo man sich aus dem Weg gehen kann. Nicht selten hatte ich jemanden im Onlineseminar, der im Keller saß, da am Küchentisch die Frau am Laptop war und die Kinder ihren Onlineunterricht hatten. War das stressig? Ja, und zwar für nicht wenige. Andererseits gab es aber auch die Alleinstehenden, die keinerlei Kontakte mit der Außenwelt hatten und deshalb manch eine  oder einer depressive Züge bekam.

Gesundheit? Keine Zeit!

Endlich ist diese Zeit vorbei und was passiert jetzt? Zumindest bei vielen meiner Kunden ist der Stress noch größer als vorher. Der ist sogar so groß, dass sämtliche angebotenen Seminare abgesagt werden müssen, da die Führungskräfte und Mitarbeitenden so sehr verplant sind. Zu viele Meetings, zu viele Projekte, zu viele organisatorische Veränderungen lassen Führungskräfte und Mitarbeiter über ihre Grenzen gehen.

Ein Seminar zur Gesundheit wird für Führungskräfte angeboten: Kurz vor Beginn kommt die Absage. Wir haben zu wenig Teilnehmende, die sind alle zu beschäftigt!!! Was soll man da sagen? Das ist wie mit dem Waldarbeiter, der schwitzend versucht, einen Baum umzusägen. Kommt ein Wanderer vorbei, schaut sich das eine Weile an und sagt, dann. Ihre Säge ist ja ganz stumpf, sie sollten die erst mal schärfen. Keine Zeit meint der Waldarbeiter. So kommt es mir im Moment auch in manch einem Unternehmen vor. Oder mit Worten von Mark Twain: Nachdem sie ihr Ziel aus den Augen verloren hatten, verdoppelten sie ihre Anstrengungen.

Mich erwischt es bestimmt nicht!

Nun sind doch eigentlich gerade Führungskräfte in der Verantwortung, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit ihre Mitarbeitenden und sie selbst nicht krank werden. Aber das ist ein Thema, das wird insbesondere in Zeiten wo viel Druck ist, leichtfüßig zur Seite geschoben. Nach dem Motto: Mich erwischt es bestimmt nicht.Das haben schon viele gesagt und dann doch Pech gehabt. Man muss nicht krank werden, aber die Chance wird täglich größer, wenn man nichts dagegen tut. Interessant ist übrigens, dass die meisten ihre Grenzen nicht wirklich erkennen und wenn, dann bagatellisieren sie die bereits bestehenden Symptome. Irgendwann streikt dann aber der Organismus. Es kommt zum Burnout, zur Depression oder anderen Krankheiten.

Diese Krankheiten sind dann in den seltensten Fällen wie bei einer Gruppe nach vierzehn Tagen geheilt. Wer einen Burnout hatte oder eine Depression, schafft es oft nicht mehr, seine alte Leistungsfähigkeit wieder herzustellen. Da muss man sich doch fragen, lohnt sich das? Gibt es irgendein Unternehmen, ein Projekt, eine Aufgabe, für das man seine Gesundheit ruinieren soll? Ich sage immer „Das Unternehmen wird Ihnen nicht in goldenen Lettern auf den Grabstein meißeln, dass sie sich für sie geopfert haben.“ Eher so, man ist draußen und vergessen.  Wenn man mal weg ist, ist man auch schnell vergessen. Da hat sich mancher jahrzehntelang aufgerieben und ist dann innerhalb kurzer Zeit vergessen.

Dafür also die Gesundheit, die Beziehung, die Zufriedenheit und was auch immer einem selbst wichtig ist aufs Spiel zu setzen, darüber würde ich mir aber ernsthaft Gedanken machen.

Führungskraft in der Verantwortung

Wenn keine Zeit mehr ist, sich zurückzuziehen in die Selbstreflexion – wozu ein solches Seminar dient – wenn keine Zeit mehr ist, sich seiner Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern zu stellen, dann sollte man sich ernsthaft fragen, ob man im richtigen Job ist. Als Führungskraft ist man Vorbild für seine Mitarbeitenden. Wenn man es selbst nicht so ernst nimmt mit seiner Gesundheit, dann braucht man sich nicht wundern, wenn die Mitarbeiter sich unter Druck fühlen, es genauso zu machen. Welche Haltung steckt hier dahinter? Sind mir die Menschen nicht wichtig, für die ich verantwortlich bin? Habe ich Angst, zu versagen? Sind mir die Ziele des Unternehmens wichtiger als die Menschen oder meine eigene Gesundheit, Beziehung, mein Wohlbefinden?

Hohe Zunahme psychischer Erkrankungen

Unter Berücksichtigung des akuten Fachkräftemangels ist es besonders dramatisch, dass sich Führungskräfte nicht die Zeit nehmen, innezuhalten und zu überlegen, was konkret getan werden muss, damit die Menschen nicht zusammenbrechen. Denn fällt ein Mitarbeiter, eine Mitarbeiterin für mehrere Wochen oder Monate aus, dann liegt die Last auf dem restlichen Team und gefährdet somit die nächsten Personen. Hinzu kommt, dass man nicht sicher sein kann, dass dieser Mensch überhaupt noch einmal wiederkommt. Wenn man bedenkt, dass allein die psychischen Erkrankungen in den letzten 10 Jahren um 41 % zugenommen und die Fehltage in 2021 bei 276 Tagen pro 100 Versicherte betrug (DAK-Studie) dann ist es nicht nachvollziehbar, weshalb dem Thema Stress und Überforderung so wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Selbst wenn die Betroffenen wieder in den Berufsalltag eintreten, fällt ihnen die Arbeit schwerer als zuvor und die Gefahr einer erneuten Erkrankung hängt wie ein Damoklesschwert über dem Menschen.

Machen Verantwortliche in Unternehmen hier einfach die Augen zu? Sind sie selbst permanent so überfordert, dass sie überhaupt nicht wahrnehmen, was in ihrem Unternehmen, bei ihrem Team passiert? Und warum fordern Mitarbeitende nicht das Recht ein, Maßnahmen zu ihrer Gesundheit wahrnehmen zu dürfen? Es hilft doch nichts, wenn ein tolle Weiterbildungsmaßnahmen angeboten werden, wenn keiner Zeit hat, hinzugehen. Vielleicht ist ja der gute Wille da, aber an der Umsetzung hapert es. Zu wenig Verbindlichkeit, zu wenig Wahrnehmung für die Realität?

90 Minuten pro Woche in die Entwicklung der persönlichen Kompetenz investieren

Auf unserem Coachify.online Portal haben wir verschiedene Leadership-Coaching-Challenges eingestellt. Hier treffen sich 3-5 Personen wöchentlich über einen Zeitraum von ca. 12 Wochen. Das können auch mehr werden, wenn Ferien etc. eingerechnet werden müssen. Einmal pro Woche treffen sich diese Personen und tauschen sich in der Gruppe zu ihren persönlichen Themen z.B. Gesund Führen aus. Auf unserer Plattform erhalten sie umfangreiche Informationen, was sie konkret tun können, um ihre eigene Gesundheit und die ihrer Mitarbeiter zu fördern. Die Peergruppe besteht hier beispielsweise aus Führungskräften, die alle das gleiche Thema haben, nämlich die Fürsorge und Verantwortung zur Gesundheitsprävention für ihre Mitarbeitenden. Der Vorteile der Peergroup: Sie können ihre Ziele aus den einzelnen Sessions sofort in der kommenden Woche umsetzen. Ein Konzept, das Nachhaltigkeit anstrebt. Hinzu kommt ein enger persönlicher Austausch, der intensiver als in einem Seminar sein kann. Nur ist dies ein Konzept, das viele noch nicht wirklich ausprobiert haben. Erfordert es doch, dass man sich eine oder anderthalb Stunden in der Woche Zeit nimmt, um seine Führungskompetenzen zu erweitern. Vielleicht muss da der eine oder andere noch schnell vorher ein Zeitmanagementseminar besuchen.

Neunzig Minuten pro Woche in seine Führungskompetenz zu investieren kann doch nicht zu viel sein.

Nun erlebe ich zur Zeit, dass sich Führungskräfte weder für ein Seminar noch neunzig Minuten in der Woche Zeit nehmen, sich mit ihrer Führungskompetenz zu befassen. Da frage ich mich doch, womit sie ihre Zeit verbringen? In Meetings? In Projekten? Was macht eine Führungskraft, wenn sie nicht führt? Wenn sie sich nicht die Zeit für persönliche Gespräche nimmt? Wenn sie nicht weiß, was bei den Mitarbeitenden los ist, ob es denen gut geht oder nicht?

Bist du eine Führungskraft? Dann frage dich, für welche der folgenden Aufgaben du dir zu wenig Zeit nimmst:

  1. Kommunikation: Kommunizierst du klar und effektiv mit deinen Mitarbeitenden, um Erwartungen und Ziele zu setzen?
  2. Motivation: anerkennst du die Leistungen deiner Mitarbeitenden? Wie machst du das und wie oft, in welchen Situationen?
  3. Arbeitsumfeld: Was machst du konkret, um ein Arbeitsumfeld zu schaffen, indem die Mitarbeitenden ihre Fähigkeiten einbringen können und sich wohlfühlen?
  4. Delegation: Welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten delegierst du, um deine Mitarbeitenden zu befähigen und zu fördern? Oder weißt du, das du viel zu viel selbst machst? Dann wird es Zeit, abzugeben. Notiere dir all deine Aufgaben jeweils auf einen Zettel. Dann mache drei Spalten. Spalte A sind Aufgaben, die kannst nur du machen, Spalte B sind Aufgaben, die können auch andere Mitarbeitende machen und Spalte C sind Aufgaben, die entweder nicht mehr nötig sind oder ganz woanders hingehören.
  5. Konfliktlösung: Erkennst du Konflikte zwischen Mitarbeitern und weißt du, wie du sie unterstützen kannst, damit sie ihre Konflikte selbst lösen? Wann musst du einhaken, wann sollen die anderen ihre Konflikte selbst lösen? Wer braucht dazu welche Kompetenzen?
  6. Mitarbeiterentwicklung: Wie förderst du deine Mitarbeitenden? Welche Möglichkeiten bietest du ihnen an, damit sie sich weiterentwickeln können? Dürfen diese sich auch die Zeit nehmen oder werden Veranstaltungen gestrichen, weil es immer etwas Wichtigeres gibt? Das gleiche gilt natürlich für dich selbst. Ist für dich deine eigene Kompetenzentwicklung wichtig, bist du es dir wert, dass du dich deiner persönlichen Entwicklung beschäftigst?
  7. Zielsetzung: Wie setzt du die Ziele für dein Team und Einzelne? Sind diese angepasst an die Bedürfnisse, Fähigkeiten, Kenntnisse und Entwicklungswünsche der Mitarbeitenden und den Zielen des Unternehmens?
  8. Fürsorgeverantwortung: Was tust du konkret, um die Gesundheit der Mitarbeitenden zu schützen? Welche Präventionsmaßnahmen werden durchgeführt? Wie werden die Mitarbeiten dazu einbezogen? Nur gesunde Mitarbeitende sind leistungsfähig, kreativ und bringen das Unternehmen auf Dauer voran.
  9. Planung und Organisation: Wie planst und organisierst du Projekte? Sind diese im Einklang mit den Befähigungen der Mitarbeitenden? Sind diese zeitlich machbar? Achtest du darauf, dass du dein Team damit nicht überforderst? Stellst du alle Arbeitsmaterialen etc. zur Verfügung, damit die Arbeitsabläufe reibungslos verlaufen?
  10. Verantwortlichkeit: Wofür konkret übernimmst du die Verantwortung? Gegenüber deinem Vorgesetzten, dem Unternehmen, deinen Mitarbeitenden? Wie triffst du Entscheidungen? Beziehst du die Beteiligten mit ein? Werden diese gehört und verstanden? Achtest du dabei darauf, dass diese nicht überfordert werden?
  11. Vorbildfunktion: Siehst du dich als Vorbild für dein Team? Wie möchtest du von ihnen gesehen werden? Was tust du konkret, um deinen Mitarbeitenden ein Vorbild zu sein? Wie sieht es mit deiner Work-Life-Balance aus? Deinem Zeitmanagement etc.? Was können die andern von dir lernen, um zufrieden und leistungsfähig zu sein?
  12. Selbstfürsorge: Was machst du konkret, um Stress zu minimieren, genug Zeit für deine privaten Dinge zu haben, für die Familie, Sport und und und. Wie gut kannst du entspannen und wo holst du dir wieder neue Kraft her?

Wie gut konntest du die Fragen beantworten? Wie fühlt das sich jetzt für dich an? Hast du dich vielleicht dabei ertappt, dass du das eine oder andere in der letzten Zeit vernachlässigt hast? Dann hast du jetzt die Chance, etwas zu ändern. Gerne kannst du den Podcast auch auf meiner Webseite als Blogbeitrag lesen oder ihn einfach nochmal anhören, wenn dir das eine oder andere zu schnell ging.

Fürsorgepflicht ist nicht einfach nur ein Begriff, sondern eine Verantwortung. Und als Führungskraft sollte dies oben auf deine Wertigkeitsskala stehen. Nichts ist wichtiger denn unsere Gesundheit. Und um diese zu behalten, können wir einiges tun. Wer unter Dauerstress lebt, wird irgendwann einmal krank. Und wenn dann das Kind erst mal in den Brunnen gefallen ist, ist es zu spät. Also Vorsorge treffen, sich schlau machen, welche Möglichkeiten der Prävention es gibt und sich mit Psychologie befassen. Beispielsweise in einem Seminar oder mit einer Peergroup aus Gleichgesinnten in unserer 12wöchigen Leadership-Coaching-Challenge mit einem professionellen Coach als Begleitung.

Ich denke, du setzt dir täglich Ziele, um deine großen Ziele zu erreichen. Setze dir das Ziel, deine und die Gesundheit deiner Mitarbeitenden zu fördern, bevor du oder dein Team ausbrennt.

Diesen Artikel gibt es auch als Podcast bei „HeckenGespräche“ oder auf meinem YouTube-Kanal.